NOHAB-GM

Zu Besuch bei der M61 in Ungarn

Ein Bericht vom NOHAB-Pappi

Am 26.04.2006 wurde ex MÁV M61 017, dann A61 017, jetzt 2761017 mit Meßwagen FMK-007 (Felépitményvizsgáló Mérökocsi) von Budapest nach Cegléd gebracht, um am nächsten Tag eine Meßfahrt nach Szeged zu unternehmen. Freunde gaben mir die Information, und so konnte ich endlich "meine Odense 017" wieder sehen. Es gibt immer noch an der Lok den Hinweis, auf das große legendäre NOHAB-Treffen im August 2004. Am Nachmittag fuhr ich wieder zurück nach Budapest. Bei fast allen Loks sind jetzt die neuen UIC Nummern zu sehen.

Am nächsten Tag fuhr ich von Budapest nach Cegléd. Um 10.05 Uhr bekamen wir grünes Signal, Ausfahrt frei. Die Strecke ist eingleisig mit sehr langen geraden Gleisabschnitten. So konnten wir immer mit 120 Km/h fahren. Früher hatten die ungarischen NOHAB's nur 105 Km/h Höchstgeschwindigkeit. Aber nach einem Umbau und Modernisierung im Jahr 2003, ist die "017" für 120 Km/h zugelassen. Bei Höchstgeschwindigkeit liegt die Lok sehr ruhig auf den Schienen. Endlich konnte ich mal wieder über längere Zeit den 16 Zylinder GM-Sound hören.

2761017

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Klaus Korbacher

Abfahrbereit zur Messfahrt nach Szeged

Immer wieder mußten wir unterwegs in Bahnhöfen vom Hauptgleis, um Personenzügen den Vorrang zu geben. Im Bahnhof Albertisa begegnete uns ein vierteiliger Talent-Triebwagen 4824 020-8. In Városföld hatten wir eine längere Pause. Nachdem uns das "Rotkäppchen" (Fahrdienstleiterin) wieder Fahrt frei gegeben hatte, kamen wir auf den neuen, jetzt zweigleisigen Abschnitt. Uns begegnete "Szergej" 40 62 003-1, vorher A62 003 und M62 003 mit einem Schotterzug. In Kiskunfélegyháza kam uns V43 1001 mit einem fast leeren ROLA entgegen. Sonst war nicht viel zu sehen.

Endlich erreichten wir um 12.10 Uhr Szeged. In der Abstellgruppe waren zwei Desiro aus Serbien/Montenegro abgestellt. Dann wollten wir ins Bahnbetriebswerk, waren aber scheinbar nicht sehr willkommen, denn unser Sonderzug brachte Unruhe in den normalen Betriebsablauf. Viele große Rangierarbeiten warteten auf das Personal, das scheinbar schon langsam Feierabend machen wollte. Nach einer halben Stunde und vielen Diskussionen waren die 300 Meter ins Bahnbetriebswerk geschafft. Es wurde der Versuch unternommen, M28.1012 (jetzt 2128 012-8) und den Meßwagen auf die 26 Meter Drehscheibe zu stellen, was natürlich nicht funktionierte. Nach mehreren Rangiermanövern stand der Wagen auf einem Abstellgleis. Nun mußte nur noch die NOHAB ihren Platz finden. Also auf die Drehscheibe und in Richtung Abstellplatz gedreht. Der erwies sich aber als zu kurz. Dort, wo normal nur die 17 Meter langen V43 (Szili) abgestellt werden können, ist zu wenig Platz für eine 19 Meter NOHAB. Noch einmal auf die Drehscheibe und dann zusammen mit dem Messwagen auf das Abstellgleis. Nach fast einer Stunde war endlich die Prozedur erledigt und der GM 567er Motor konnte abgestellt werden. Bis 2.Mai bleibt der Meßzug in Szeged um auf weitere Aufgaben zu warten. Ein schöner sonniger Tag ging mit einer Fahrt mit dem "Gyorsvonat" (Schnellzug) nach Budapest zu Ende.

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Klaus Korbacher

Auf der Drehscheibe in Szeged

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Klaus Korbacher

Abgestellt bis zur nächsten Meßfahrt

Am 29.04.2006 fuhr ich zusammen mit Freunden nach Hatvan zur Modellbahnausstellung. Dort bekam ich von meinem Freund Pista aus Szekesfehervar drei umgebaute Piko N Spur NOHAB's. Eine Schwedische (ex DSB MX 1016) "Grand Nordic", eine Italienische (ex NSB Di3 626) "Ferrari" und eine Kosovo (ex NSB Di3 633) "dänische Tjenestelokomotiv". Siehe Kosovo-Bericht.

Modell-NOHABs

Modell-NOHABs

Klaus Korbacher

Internationales Modellbahntreffen in N-Spur

Zurück in Budapest holte uns mein Freund Zoltan ab, um die M61 002 zu besuchen. Die Lok wurde von der ungarischen NOHAB-Foundation gekauft, um sie vor der Verschrottung zu retten. Bei der Firma G.Tim-Co. Kft. steht diese Lok in der ehemaligen Werkstatt des Keleti Bahnhofs. Der Scheinwerfer wurde herausgeschweißt, um als Ersatzteil für die 017 zu dienen. Es wurde aber ein neuer Scheinwerfer gefunden und so wurde der 002 provisorisch der alte Scheinwerfer wieder "angeheftet". Viele wichtige Teile wurden zur Ersatzteilgewinnung vor langer Zeit von der MÁV entnommen. Hauptsächlich fehlen Motor, Generator, Traktionsmotoren und die gesammte Führerstandseinrichtung. Die Aufarbeitung wird erst in ein paar Jahren beginnen können.

M61 002

M61 002

Klaus Korbacher

Die vorm Schneidbrenner gerettete M61 002

Zur Zeit wird ganz intensiv an der "010" gearbeitet. Die Radreifen wurden in der Eszaki-Werkstatt getauscht. Nun muß "nur" noch das gesammte Bremssystem überarbeitet werden. Dann muß die technische Abnahme in Angriff genommen werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2007 wird die Lok wieder vor einem Sonderzug zu sehen sein.

Bei einer Sonderfahrt am 23.-24. April 2006 hat der Motor der M61 020 einen großen Schaden bekommen, der voraussichtlich eine sehr große Reparatur folgen muß. Wegen komplettem Öl - und Wasserverlust soll auch die Kurbelwelle und vieles mehr beschädigt sein. Seit sehr vielen Jahren wurde kein Ölwechsel mehr gemacht und manches nur provisorisch repariert. Deshalb waren auch schon seit langer Zeit größere Temperaturprobleme bemerkbar gewesen und nicht ausreichend beachtet worden.

Ein kleiner Spaziergang führte mich am 30.04.2006 in die Budapester Berge. Bei der Pioniereisenbahn am Bahnhof Szépjuhászné ließ ich mir ein gutes dunkles Bier schmecken und wartete auf die Zugkreuzung.

Pioniereisenbahn

Pioniereisenbahn

Klaus Korbacher

Zugabfertigung mit jungen Pionier-Eisenbahnern